Euthanasie

Was geschieht bei einer Euthanasie?

Die Euthanasie darf nur von einem Tierarzt durchgeführt werden. Nachdem er sich versichert hat, dass Sie Ihre Katze auch wirklich einschläfern lassen wollen, nimmt er die nötigen medizinischen Handlungen vor. In den meisten Fällen macht er eine intravenöse Spritze mit einer tödlichen Barbituratdosis (ein Schlafmittel), die sich zuerst auf das Bewusstsein auswirkt. Die Katze schläft wie bei einer Narkose ein und nimmt weder Schmerzen noch ihre Umwelt wahr. Wenn die Barbituratkonzentration im Blut ansteigt werden auch die lebenswichtigen Zentren, die die Atmung steuern, "einschlafen". Die Katze hört auf zu atmen und stirbt. Aus diesem Grund wird die Euthanasie oft als "Einschläfern" bezeichnet. Wenn die Katze unruhig oder nervös ist, kann ihr der Tierarzt ein Beruhigungsmittel spritzen und es einige Minuten wirken lassen, bevor er die Euthanasie vornimmt. In besonderen Fällen können auch andere Injektionstechniken angewendet werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt, wie er vorzugehen gedenkt, und stellen Sie ihm alle Fragen, die Ihnen wichtig erscheinen. Es gehört zu seiner Aufgabe Sie genau zu informieren. Sobald die Katze kein Lebenszeichen mehr von sich gibt, überprüft der Tierarzt, ob Herz- und Atemstillstand, die Zeichen für den klinischen Tod, eingetreten sind.

Muss die Katze eingeschläfert werden?

Nichts im Leben ist wohl schwerer, als machtlos zusehen zu müssen, wie die Zeit für jemanden abläuft, den man liebt. Die Gewissheit nichts mehr tun zu können ist grausam. Auch wenn man rational die Wahrheit längst kennt, möchte man weiter hoffen. In dieser Situation einen objektiven Überblick zu behalten ist schwer.

Die Frage, wann es Zeit ist, seine Katze einschläfern zu lassen, erledigt sich häufig von selbst. Aber wenn die Katze an einer chronischen Krankheit leidet und ihr Zustand sich nach und nach verschlechtert, ist es oft sehr schwer, den Zeitpunkt zu bestimmen. Die Feststellung einer tödlichen Krankheit, wie eines Tumors oder eines fortgeschrittenen Nierenleidens bedeutet noch nicht, dass man das Tier sofort einschläfern muss. Die Tiermedizin ist heute in der Lage, auch bei ungünstigen Diagnosen der Katze noch einige schmerzfreie und sorglose Monate oder sogar Jahre zu ermöglichen.

Natürlich wissen wir nicht genau, was in unserer Katze vor sich geht, aber immerhin leben wir so viele Jahre mit ihr zusammen, dass uns ihr Verhalten sehr vertraut geworden ist. Doch eine Katze kann leider nicht sagen, ob sie Schmerzen hat, ob ihr übel ist oder ob sie Durst hat und nichts mehr trinken kann. Den Tierarzt nicht zu rufen, bedeutet für die Katze in den meisten Fällen keine Lebensverlängerung, sondern ein Verlängern ihres Sterbens.

Der richtige Zeitpunkt kann nur sein, wenn es Ihrer Katze merklich schlecht geht, ihre Lebensqualität sehr eingeschränkt ist und vor allem, wenn keine Aussicht mehr auf erfolgreiche Therapie oder wenigstens eine Besserung besteht. Versuchen Sie eine Entscheidung zu finden, die im Sinne Ihrer Katze ist. Begleiten Sie Ihre Katze in jedem Fall bis zum Ende. Bleiben Sie dabei, wenn es soweit ist. Jedes Tier hat das verdient. Zu sagen: „Ich kann das nicht.”, zeugt eher von einem egoistischen Denkansatz, als von der großen Liebe zum Tier. Es sollte niemals darum gehen, was der Mensch sich zumuten will, sondern immer nur darum, was das Beste für das sterbende Tier ist.

In der Praxis oder zu Hause?

Ich würde jedem empfehlen, alles dafür zu tun, dass sein geliebtes Tier seine letzten Atemzüge in der vertrauten Umgebung zu Hause tun darf und nicht noch in eine Tierarztpraxis geschafft werden muss, an einen Ort, der ihm mit großer Wahrscheinlichkeit sein Leben lang extrem unangenehm war und Angst gemacht hat. Es dürfte wenige Tierärzte geben, die diesen Wunsch ablehnen.

Anders sieht es natürlich bei einer akuten Erkrankung oder einem Unfall aus. Hier ein schwerkrankes Tier erst wieder von der Klinik oder Praxis mit nach Hause zu nehmen, nur um es dort zu euthanasieren, wird vielleicht dem Menschen helfen, sicher aber nicht dem Tier. Auch plädieren andere für die Arztpraxis als Ort der Euthanasie, und zwar ganz einfach dann, wenn nicht sichergestellt ist, dass die Durchführung absolut störungsfrei verläuft. Da es ein schwerer Schritt für Sie sein wird, Ihre Katze einschläfern zu lassen, sollten Sie sich einen Termin außerhalb der unruhigen Sprechstunden geben lassen.

Jeder seriöse Tierarzt wird Ihnen zugestehen, unmittelbar vor der Euthanasie erst noch einmal in Ruhe und allein von Ihrer Katze Abschied zu nehmen. Zur Euthanasie selbst können Sie sie – in Absprache mit dem Tierarzt und nach Legen eines Venenkatheters – auf dem Arm halten oder neben sich setzen. Sie können sie dabei streicheln und zu ihr sprechen. Zeigen Sie Ihrer Katze, dass sie nicht allein ist. Die Erinnerung an diese letzten Minuten können später sehr wertvoll für Sie sein.

Fazit:

Wählen Sie den Zeitpunkt der Euthanasie einzig im Interesse des Tieres aus.

Lassen Sie sich, was den Zeitpunkt angeht, nur von Ihrem Tierarzt oder sehr nahestehenden bzw. erfahrenen und sensiblen Personen beraten.

Falls Sie einer medizinischen Diagnose misstrauen, konsultieren Sie so früh wie möglich einen anderen Arzt.

Lassen Sie Ihr Tier möglichst in dem eigenen zu Hause sterben.

Lassen Sie es in seinem letzten Moment auf keinen Fall allein.

Konsultieren Sie für die Euthanasie wenn möglich Ihren eigenen Tierarzt, der Sie und seinen Patienten entsprechend gut kennt.

Lassen Sie sich Zeit, informieren Sie sich und denken Sie nach, bevor Sie sich entscheiden. Wie auch immer Sie vorgehen wollen, niemand kann Ihnen die Entscheidung am Ende abnehmen. Sie allein sind für Ihre Katze verantwortlich. Und Sie allein sind auch für die Art und Weise ihres Sterbens verantwortlich.

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