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Sammy

12.01.1994
bis 17.03.2006
in Dietzenbach

 

 

Tja nun sitze ich hier in meiner stillen Wohnung vor dem PC und komme mir vor als würde ich ihn zum ersten mal bedienen.

Wie soll man eine Geschichte beginnen deren Ende bereits feststeht?

Wie vielen von Euch geht es mir momentan sehr schlecht, da ein wichtiger Teil von mir gestorben ist. Ich denke uns ist allen klar, das die SONNE die irgendwann in Form eines Tieres in unser Leben scheint früher oder später wieder erlischt. Nun, meine Sonne ist am Freitag den 17.03.2006 um 18.24 Uhr untergegangen. Sie scheinte viel zu kurze 12 Jahre, aber dafür heller als alles was ich kenne. Vielen Dank mein SAMMY das DU immer für mich da warst.

Eigentlich oder besser Gottseidank war der Leidensweg meines kleinen Katers nicht sehr lang. Er hatte zwar schon seit Geburt einen Herzfehler, was ihn aber nicht sonderlich beeinflusste, außer bei Streß. Den hatte er allerdings das letzte mal vor ca. 1 Jahr, als ich umgezogen bin. Damals dachte ich noch, jetzt haben meine zwei kleinen (habe auch noch ein Katzenmädchen "JACKY") auf ihre letzten Jahre noch ein wenig mehr Platz zum tollen und raufen. Da die beiden keine Freigänger sind, wollte ich nach der Trennung von meiner Frau wenigstens in eine große Wohnung ziehen. Als ich SAMMY in die Katzenbox tat ging es auch schon los, er schreite wie verrückt, biß in die Gitterstäbe und tat sich selbst weh. Plötzlich Stille, mir wurde schlagartig schlecht. Zum Glück war ich aber bereits in der neuen Wohnung angekommen, also nix wie die Treppe rauf und den armen Kerl aus dieser furchtbaren Kiste raus. Er hatte eine Knallrote Nase und atmete sehr schwer. Ich habe ihn dann an sein Lieblingsplätzchen unter der Bettdecke gelegt und erst einmal ein wenig ausruhen lassen. Und siehe da eine halbe Stunde später startete er seine Erkundungstour durch sein neues Revier.

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Mein Gott ist es schön zu sehen, wenn es seinem Schatz wieder besser geht.

Aber ab diesem Tag war mir bewußt, das mein Sammy eben nicht mehr der jüngste ist, außerdem war er mit 8 kg zu dick, aber soooooo süüüüüüüß, ein richtiger kleiner Schisser und immer am Quasseln, genau wie sein Herrchen.

Die neue Wohnung wurde super angenommen, besonders die Fußbodenheizung war ab sofort der beste Freund. Und endlich war auch Platz für einen dritten Kratzbaum, oder soll ich lieber sagen Kratzburg, besonders SAMMY mochte dieses Ding.

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Vor ca. 7 Wochen ging es dann plötzlich los. SAMMY fing immer wenn er eine Weile gelegen hatte an zu humpeln. Wenn er aber ein paar Schritte gelaufen war, lief er wieder normal. Komisch dachte ich, und scherzte " Na, Bubes ist dir ein Bein eingeschlafen". Da dieser Zustand auch nach 3 Tagen wieder verschwunden war machte ich mir auch nicht allzu große Sorgen. Als es allerdings vor 3 Wochen wieder auftrat wurde mir ganz anders, plötzlich hatte er auch eine traubengroße Beule an der linken Schulter, die trotz seines dicken Fell`s zu sehen war.

Also ran ans Telefon und den Tierarzt bestellt, nach den Erlebnissen beim Umzug, war klar das der Arzt einen Hausbesuch machen mußte und ich nicht in seine Praxis fahren würde. Er kam auch direkt am nächsten Tag, und verpasste Sammy eine Spritze und meinte, ich solle ihn die nächsten Tage intensiv beobachten, wenn keine Besserung eintreten würde müßte ich wohl oder übel einmal in der Praxis zum Röntgen vorbeischauen. Der Arzt wies mich auch schon darauf hin, das es eventuell Knochenkrebs sein könnte.

Nachdem der Arzt gegangen war schossen mir die Tränen in die Augen, den bei meinem und vor allem Sammy`s Glück und der Andeutung des Arztes vermutete ich das Schlimmste. Also ab ins Internet und über Knochenkrebs bei Katzen informiert.

Was ich dort fand warf mich endgültig um. 90% bösartig, streut, sehr schmerzhaft, wächst sehr schnell, Bein Amputation. Aber gut man soll ja nicht alles glauben was im Internet so geschrieben wird.

Die nächsten Tage brachten keine Besserung, im Gegenteil, er fraß zwar mehr, bewegte sich aber immer weniger. Ein paar Schritte laufen, wieder hinlegen, auf die andere Seite drehen, Bein lecken, aufstehen, auf dem gesunden Bein abstützen und das andere nicht belasten, so ging das 10 Tage, ich sah meinen SAMMY nur noch rumliegen, auch die Kratzburg war völlig uninteressant geworden. Mir wurde mehr und mehr klar, der Kleine hat Schmerzen. Auch die Hoffung auf eine "nur Gelenkentzündung" schwanden. Meine Ex-Frau kam auch vorbei und schaute nach Ihm. Da sie im medizinischen Bereich tätig ist sagte sie auch sofort, das sieht nicht nach einer Entzündung oder ähnlichem aus, das ist was böses.

Nun war die Sache klar, ab zum Tierarzt der Termin war am Freitag den 17.03.2006.

Sammy in die Katzenbox, Schreien, Kratzen, Beißen mein Gott ist das grausam, aber es sollte schlimmer kommen. Die Praxis war leer bis auf eine Patientin mit Hund, die aber gerade gehen wollte. Ein Freund von mir war dabei. Und natürlich JACKY`S Decke, ich dachte es würde SAMMY eventuell beruhigen wenn er sie riecht.

Die Röntgenaufnahme tötete die letzte Hoffnung in mir auf einen Schlag. Knochenkrebs der übelsten Sorte!

Ich fragte den Arzt wie lange dieser Zustand noch tragbar wäre, worauf er schwieg. Da wir uns schon eine Weile kennen, bedeutete das für mich, das eine Lebensverlängerung nur noch Schmerz und Qual für meinen SAMMY bedeuten würde. Und das kam für mich auf keinen Fall in Frage.

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Sicher, jeder denkt wohl anders über solche Dinge, bei jedem liegt die Grenze zwischen Schmerz und Qual höher oder niedriger. Letzten Endes trifft die Entscheidung der Mensch der sein Tier kennt und der einzige ist der den Zustand eines leidenden Lebensgefährten beurteilen kann. Doch bitte denkt immer daran, so hart der Tod eines geliebten Tieres auch sein mag, oftmals ist es eine Verlängerung des Leidens und nicht des Lebens.

Ich für meinen Teil traf die wohl bisher schwerste Entscheidung in meinem Leben.

Auf die weiteren letzten Momente möchte ich nicht näher eingehen, da diese wohl zum schlimmsten gehören was ein tierliebender Mensch erleben kann, gleichzeitig bedeuten sie auch eine Erlösung, und ich hoffe als solche werden sie in meiner Erinnerung bleiben.

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Hallo mein lieber SAMMY, wie ich schmerzlich erfahren mußte ist Nichts für die Ewigkeit, das gilt allerdings auch für den Tod. Wir werden uns wieder sehen und ich freue mich darauf.

Ich werde dich nie vergessen!

Ich liebe Dich, Dein Papa Patrick

 

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