Mini

08.05.2000
bis 03.09.2011
in Brüggen

 

 

Geliebte Mini, wir weinen um Dich.

Da Deine spätere Adoptivmama Trixi hier allein zu Hause war, wollte ich ihr eine liebe Spielkameradin suchen und wurde über viele Ecken im Bekanntenkreis fündig. Dort hatte eine Jungkatze zwei kleine Babys bekommen; auch Dich.

Als sei es gestern gewesen weiß ich noch, wie ich Dich kennen gelernt habe. Du warst noch ganz klein, gerade so groß wie meine Handfläche, konntest gerade etwas unsicher laufen und bist sofort zu mir gekommen. Da wusste ich, dass ich Dich kleines Würmchen haben wollte. Dein Brüderchen Maxi war schon an andere Dosenöffner versprochen. Ich konnte die Zeit kaum abwarten, Dich am 3. Juli 2000 abholen zu dürfen. Ich war schon sehr traurig, dass ich Dich Deiner Mama und Deinem Brüderchen wegnahm und über die ganzen Jahre ärgerte es mich schließlich, dass ich nicht versucht habe, auch Dein Brüderchen zu bekommen. Aber hier zu Hause bist Du liebevoll von Trixi aufgenommen worden; sie hat Dich sofort als ihre Stieftochter angenommen aber auch gezeigt, wer hier zunächst das Sagen hat.

Nachdem Du Deine ersten Ängste im neuen Zuhause abgelegt hast, bist Du neugierig auf Wanderschaft gegangen, um Dein neues Zuhause zu erkunden. Überall gab es Neues zu entdecken. Deine ersten Ausflüge in den Garten waren so spannend für Dich, überall konntest Du Dich verstecken und auf Trixi warten, um sie dann von hinten anzuspringen. Ihr habt zusammen im Garten getobt, seit um die Wette gelaufen und habt später Wettrennen ausgetragen, wer zuerst auf die Garage gelangen konnte. Schnell hast Du auch Deine Lieblingsplätze zum Ausruhen gefunden.

Zum Abend hast Du Dich immer in die letzten wärmenden Sonnenstrahlen in die Einfahrt gelegt und Dich wonnig darin gewälzt. Oft lagst Du auch unter einer Konifere, aus der ich Dich einmal retten musste. Du bist dort als Du noch ganz klein warst bis in die 8m hohe Spitze geklettert und wusstest nicht mehr, wie Du herunter kommen solltest. Laut hast Du nach mir miaut, ich habe ganz oben nur Dein Köpfchen gesehen. Ich stellte mit unter den Baum und rief "spring!". Ohne Angst hast Du es getan und ich konnte Dich unten auffangen. So habe ich Dir Dein junges Leben gerettet und wusste, dass Du keine Angst kennst und vorbehaltloses Vertrauen zu mir hast.

Dein Vertrauen hast Du mir auch immer gezeigt, wenn Du Dich ganz lang gestreckt auf den Rücken gelegt hast, um Dein Bäuchlein gestreichelt zu bekommen. Morgens warst Du als erstes in der Dusche, weil Du wusstest, ich mach' Dich nicht nass und lasse nur ein paar Tropfen Wasser laufen, die Du auflecken wolltest. Man brauchte nur in Deine Nähe zu kommen und schon hast Du geschnurrt. Mein Schatz, ich habe diesmal Dein Vertrauen nicht verdient gehabt, da ich Dich nicht retten konnte.

Du wolltest ein Hund werden, hast gebellt und gejault; alles hier gehörte Dir und doch hast Du auch geteilt. Von Deiner Mama Trixi wurdest Du adoptiert und wie ihr eigener Augapfel behütet. Trixi ist am 23. August 2011 weg gelaufen und Du hast sie bis heute vergeblich und ohne Unterlass gesucht.

Heute Nacht hast Du es ohne Deine Mama nicht mehr ausgehalten und wolltest durch ein schräg stehendes Fenster ausbüchsen, um auch noch nachts nach ihr zu suchen. Du hast es nicht geschafft und bist für uns unfassbar über die Regenbogenbrücke gegangen. 

Inständig hoffe ich, dass Du nicht leiden musstest, mein geliebtes kleines Baby. Warum nur habe ich das Fenster auf gelassen? Verzeih' mir, mein Engelchen.

Liebe Mini, danke für Deine Liebe und Deinen Spaß, den Du uns bereitet hast. Danke für Deine Zärtlichkeit und Deine Freundschaft. Danke für all die Geschichten, die Du uns erzählt hast. Danke für Dein ungewöhnlich liebevolles und lustiges Wesen, Danke für Dich und das Du Dich uns geschenkt und anvertraut hast. Ich konnte Dich heute nicht schützen. Vielleicht bist Du jetzt bei der Deiner lieben Mama Trixi, von der Du so viel gelernt hast und auch bei Deiner Oma, die Dich bis zu Ihrem Tod über alles geliebt hat.

Ich vermisse Dich, Deine lieben Begrüßungen immer, wenn Du wieder nach Hause kamst. Selbst Dein Betteln um Leckerchen und das Schnurpsen beim Kauen der Käsetäschchen habe ich so lieb gewonnen. Wie hast Du Dich immer gefreut, die Weihnachtskugeln aus dem Weihnachtsbaum zu angeln, unter dem Du jedes Jahr so gern gelegen hast. Dein Knurren und übermütiges Springen über Stühle und Tische, wenn Du wieder nicht wusstest, wohin mit der Kraft und Freude ist mir so vertraut geworden.

Niemals hast Du beim gemeinsamen Spiel Deine Krallen benutzt oder mich gekratzt. So zärtlich Du immer ausdauernd Trixi's Köpfchen und Gesicht gewaschen hast um Dich anschließend an sie anzuschmiegen, so sah ich, wie sehr Du sie liebst. Jeden Abend bist Du zu mir und David ins Bett gesprungen, um kurz "Gute Nacht" zu sagen. Du warst außergewöhnlich und hast mich niemals enttäuscht, niemals bist Du weit weg gelaufen, so dass ich auch keine Angst um Dich haben musste. Geliebtes Hexchen, ich weiß gar nicht, warum ich Dir in der größten Not nicht helfen konnte, warum ich Dich nicht gehört habe; ich kann es mir nicht verzeihen.

So, wie Du mir jeden Abend erst einmal all Deine Tageserlebnisse erzählt hast, werde ich Dir an Deiner letzten Ruhestätte in Deinem über alles geliebten Garten an jedem Abend erzählen, was alles passiert ist.

Deine Mama Trixi ist immer noch nicht zu Hause und langsam schwindet die Hoffnung, sie wieder in die Arme schließen zu können. Wenn sie wieder nach Hause kommt, wird sie Dich suchen. Wie sollen ich ihr vermitteln, dass Du nicht mehr da bist, ihre geliebte Tochter? Auch Trixi wird trauern, weil sie Dich vermissen wird. Aber vielleicht kann ich es ihr auch nicht zeigen und nicht einmal mehr Abschied nehmen, weil sie nicht mehr zurückkehren wird.

Mitten im Leben, viel zu früh und unerwartet, bist Du gegangen. Zurück bleiben trauernd Dein Papa, Brüderchen David und Freundin Jenny, die Dich für alles in der Welt eintauschen würden, wenn sie nur könnten. Es tut so unsagbar weh! Wir werden Dich in tiefer Liebe niemals vergessen, Du wirst immer in unseren Herzen und immer bei uns bleiben, nicht nur unsere Tränen und Gedanken gelten Dir, unsere Liebe zu Dir und Deine zu uns ist es, die Dich immer gegenwärtig machen wird.

Wir nehmen weinend Abschied von unserem Mädchen, das uns so jung verlassen hat. Wir werden uns wiedersehen und unsere Freude wird dann unbeschreiblich groß sein. Dann kann uns nichts mehr auseinander reißen, Du musst nur noch ein wenig warten. Da Deine Oma aber bei Dir ist, wird es auch im Kreise der vielen lieben anderen Seelen nicht langweilig werden.

Danke, mein über alles geliebtes Mädchen, Du wirst immer in unseren Herzen sein.

Papa Achim, Brüderchen David und Freundin Jenny 

Nachtrag Januar 2012: Nach fast 5 Monaten konnte ich Trixi im Tierheim finden, wo sie zwei Tage zuvor abgegeben worden war. Die lieben Leute, die Trixi seit Ende Oktober vor ihrem Haus versorgt hatten, sahen meine noch immer aushängenden Suchplakate und informierten mich. Trixi hat Dich nach der Ankunft zu Hause gesucht und wird Dich auch für immer vermissen. Jenny hat Dir im Garten auf der Ruhestätte schon Mäuse hingelegt und sitzt beinahe täglich davor, so sehr vermisst sie Dich. Unser erstes Weihnachten ohne Dich war für alle ganz traurig. Schlafe schön, meine geliebte Mini, mein Töchterchen.

   
 

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